~  Die Geburt...                           
                   
aus Mama's Sicht~

06.05.2007 Start der 39. Schwangerschaftswoche (SSW)

Seit einigen Tagen ist mir wieder übel. Bis zum 3. Monat der Schwangerschaft litt ich auch hin und wieder unter morgendlicher Übelkeit, tatsächlich übergeben musste ich mich allerdings nur 3 Mal.
Auch jetzt führt (bisher) die wieder eingetretene Übelkeit nicht bis zum Übergeben, nur schlecht ist mir fast den ganzen Tag.

Ansonsten geht's mit aber prima. Wenn ich mich mit so einigen anderen werdenden Müttern vergleiche, scheint es mir verhältnismäßig gut zu ergehen!

Der momentane Stand der Dinge ist also:
- Dauerunwohlsein
- minimale Wassereinlagerungen in den Füßen
- gelegentliche Vorwehen, die ich allerdings nicht als schmerzhaft empfinde, sondern lediglich als Anspannen des Bauches

Nachdem im Geburtsvorbereitungskurs die Hebammen alle so von der Wirkung des geburtsvorbereitenden Akupunktur geschwärmt haben, habe ich mich entschlossen, das einmal auszuprobieren.

Die Meinungen der teilnehmenden Mütter zur Schmerzintensität dieser Methode scheinen wieder sehr auseinander zu gehen, ich persönlich würde sagen, dass das ganz und gar nicht schlimm ist.
Es werden in jeden Unterschenkel drei Nadeln gesetzt, man verspürt ein leichtes Ziehen, welches jedoch in der Regel nach wenigen Minuten vergeht bzw. nachlässt. Es gibt noch einen weiteren Punkt für eine Nadel, den ich allerdings bisher noch nicht zu spüren bekommen habe: den kleinen Zeh. Irgendwo vorne kurz hinter dem Nagelbett, etwas nach außen versetzt scheint, laut anderer Mütter, der unangenehmste Nadelpunkt zu sein...
Nun ja, ich werde berichten, sobald ich mehr weiß!

Ach ja:
- Mein "Schleimpfropf" sitzt noch an Ort und Stelle.
- Das Baby-Köpfchen war beim letzten FA-Termin noch nicht fest im Becken, was also noch "Liegendtransport" zum Krankenhaus bedeutet.
 

07.05.2007 Hatte die ganze Nacht immer wieder Senkwehen (sofern ich das richtig beurteilen kann). Die vergangenen Nächte hatte ich die ja auch schon in etwas schwächerer Form, heute taten sie aber doch gelegentlich weh, und auch am Tag kommen sie immer mal wieder.
Da ich nun auch wieder verstärkt dieses muskelkater-ähnliche Ziehen im Schambereich habe, vermute ich mal vorsichtig, dass sich der Knirps jetzt endlich fest ins Becken bewegt, jedenfalls hoffe ich das...
08.05.2007 Aaalso... Baby-Köpchen noch immer nicht fest im Becken...
Manno...
09.05.2007 Die Nächte werden wieder ruhiger, allerdings renne ich jetzt dauernd auf die Toilette...
10.05.2007 Wie so oft in den Abendstunden Wehen, aber irgendwie war's jetzt anders.

Nach ein paar Wehen, die wie immer einfach wie ein dolles Verkrampfen des Bauches waren, habe ich einmal auf die Uhr geschaut und festgestellt, dass die Abstände zwischen 5 und 8 Minuten lagen. Das ganze ging etwa 1,5 Stunden lang, die letzten 5 Wehen waren auch deutlich stärker als die ersten. Also in die Wanne, denn dann sollen "normale" Senkwehen ja weggehen.
Vor dem Bad noch einmal aufs Klo, kam aber nicht viel Flüssiges.
In der Wanne nahmen die Wehen dann weder ab, noch wurden sie kräftiger.
Nach etwa einer viertel Stunde bin ich wieder raus und gleich wieder aufs Klo. Diesmal kam mehr, auch relativ viel Glibber-Schleim, der aber ganz klar war.
Ja und danach... wieder alles weg... komisch... Seitdem habe ich wieder, wie sonst auch, in unregelmäßigen großen Abständen Wehen, die aber nie wirklich schmerzhaft sind...

Was für ein Durcheinander...
 
11.05.2007 Ruhige Nacht gehabt, alles paletti. Als wäre nie 'was gewesen...
Tagsüber auch nix los, hin und wieder leichte Wehen, aber das kennen wir ja nun schon...
12.05.2007 Tagsüber wie immer, spät abends wieder ungefähr so wie am 10.05.
Am Nachmittag den Rasen gemäht...
13.05.2007 Start der 40. Schwangerschaftswoche

Grausame Nacht gehabt... War ungefähr alle 2 Stunden auf Toilette und bin zusätzlich immer wieder aufgewacht, weil mein Bauch so verspannt/hart war.
Ab dem späten Vormittag war dann alles wieder vorbei...
Nachmittags habe ich ein par Blumen gepflanzt und die Gartenbank gestrichen.
14.05.2007 Gestern um ca. 23 Uhr bin ich ins Bett gegangen, allerdings bereits wieder mit etwas stärkeren Wehen.

Um etwa 00:05 Uhr ging auf Toilette der Schleimpfropf ab und die Wehen wurden immer stärker. Da Björn eigentlich gegen 03:30 Uhr zur Tagschicht aufstehen müsste, wandere ich zur Zeit ohnehin ins Gästezimmer aus und kann so, ohne ihn zu stören, die Uhr beobachten. Wehen... alle 5 Minuten...

Da es ja mein erstes Kind ist, möchte ich nicht die Pferde scheu machen und warte ab, ob die Wehen nicht vielleicht doch wieder verschwinden. Aber gegen 01:30 Uhr sind sie noch immer 5-minütig und stark, also rufe ich im Krankenhaus an. Wir sollen mal vorbeikommen, falls es ein Fehlalarm sei, könne ich ja wieder gehen.

Also wecke ich Björn und wir fahren los. Während der Fahrt werden die Abstände der Wehen noch kürzer, nun kommen sie alle 3 Minuten.

Im Krankenhaus angekommen (ca. 02:00 Uhr) wird erst ein Ultraschall durchgeführt, dann ab ans CTG. Die Hebamme überprüft den Muttermund und ist überrascht: 8 cm ist er bereits geöffnet! (Ob ich vorher Akupunktur hatte fragte sie, also Ihr lieben Ungläubigen, es hilft!!!)
Wir werden gleich in den Kreißsaal verfrachtet und hier verlässt mich nun mein Zeitgefühl...
Auf jeden Fall durfte ich dann irgendwann anfangen zu Pressen, welch eine Erleichterung! Leider waren jedoch 3 Geburten gleichzeitig zugange und die arme Hebamme deutlich überlastet. Aus diesem Grund waren wir für meinen Geschmack zu oft alleine im Saal...
Es muss irgendwann zwischen 04:00 Uhr und 05:00 Uhr gewesen sein, als die Hebamme mich bittet die Stellung zu wechseln. Aufstehen und an dem Seil festhalten, welches von der Decke baumelt. Becken kreisen, der junge Mann ist noch nicht tief genug. Dann sind wir wieder alleine. Eine Wehenpause habe ich eigentlich gar nicht mehr, sobald eine vorbei ist, baut sich schon wieder die nächste auf.
Aber es hilft alles nichts, unser Sohnemann möchte nicht tiefer rutschen und ich soll mich wieder legen (die haben ja leicht Reden...)
Irgendwann nach 06:00 Uhr fragt man mich, ob wir nun noch länger warten, oder ob sie nachhelfen sollten - einer drückt oben, einer zieht von unten.
Raus, nur raus... war alles was ich dachte und wohl auch antworte. Tja und jetzt geht, soweit ich mich erinnere, alles relativ schnell. Die Saugglocke wird angelegt und mit der nächsten Wehe fangen alle beteiligten an zu drücken und zu ziehen (Schmerz lass' nach...)

Kurz darauf kommt unser Sohn auf die Welt und liegt in seiner winzigen Vollkommenheit auf meiner Brust, welch überwältigendes Gefühl.
Da liege ich nun, mit meinen beiden Männern - ab jetzt sind wir eine kleine Familie.